Vernissage
Freitag, 15. Mai 2026, 18 Uhr
Armin Mühsam, Roger Rigorth und Eberhard Ross im Gespräch
Die Ausstellung Utopien der Natur versammelt drei künstlerische Positionen, die das Verhältnis von Mensch und Natur neu vermessen. Armin Mühsam, Roger Rigorth und Eberhard Ross verflechten dabei Licht, Raum und Materie auf Ihre je eigene Art und Weise, sie finden Ausdrucksformen, die sich gegenseitig ergänzen und erweitern.
Roger Rigorth schickt uns auf eine Reise. Seine „Utopie der Natur“ manifestiert sich in skurrilen Vehikeln – organisch geflochtenen Bootskörpern und schwebenden Kokons. Es sind Transit-Objekte, oft als Land Art konzipiert, die zwischen Realität und Imagination vermitteln. Sie verkörpern jene „Verflechtung“ der Zeiten, wirken wie Transportmittel zwischen Gegenwart und Zukunft. Handwerkliche Techniken treffen dabei auf visionäre Formen und eröffnen neue Perspektiven auf Natur und Zeit.
Eberhard Ross liefert dazu den atmosphärischen Raum. In seiner Werkreihe On the Nature of Daylight wird das Licht selbst zum Thema. Seine Malerei ist eine visuelle Meditation, die das Tageslicht zu rhythmische Farbstrukturen verdichtet. Wo Rigorths Vehikel materiell greifbar sind, macht Ross das Immaterielle spürbar und lässt die Zeit im Farbraum zur Ruhe kommen.
Armin Mühsam bildet den analytischen Horizont. Seine gegenständliche Malerei zeigt Landschaften als Orte, an denen utopische Architektur auf gewachsene Natur trifft. Er visualisiert die Reibungspunkte – das „plastische Aufeinandergründen“ von Mensch und Umwelt – und hinterfragt kritisch unser Verständnis von Ordnungen und Konstruktionen von Naturvisionen.
Gemeinsam entwerfen Mühsam, Rigorth und Ross ein Geflecht aus Sehnsucht und Analyse. So wird die Ausstellung selbst zu einem „skurrilen Vehikel“, das dazu einlädt, eigene Vorstellungen von Natur zu hinterfragen und sich für ihre Utopien zu öffnen.
