Vernissage am 17. September, 19 Uhr
mit Künstlergespräch Christine Brunella und Stephan Wurmer
Mit der Doppelausstellung Ver:Wandlungen begegnen sich zwei künstlerische Positionen, die auf unterschiedliche Weise die Beziehung von Mensch, Natur und Wahrnehmung erforschen. Die Werke von Christine Brunella und Stephan Wurmer treten dabei in einen spannungsvollen Dialog zwischen Materialität, Erinnerung und Transformation und widmen sich den elementaren Prozessen der Natur: dem Werden, dem Wandel und der Vergänglichkeit.
Der Bildhauer Stephan Wurmer arbeitet mit Holz als lebendigem Medium – ein Werkstoff, der von der Natur geformt wird, der den Kreislauf des Lebens in jeder Faser in sich trägt. In seiner künstlerischen Praxis arbeitet sich Wurmer vom Stamm zur Form: durch schichtweises Abtragen des Materials kommt er an den Kern seiner skulpturalen Idee. Seine aktuellen Wandarbeiten und freistehenden Skulpturen übersetzen das Organische in einfache, klare geometrische Formationen, die Ein- und Ausblicke ermöglichen. Es sind konkrete, greifbare Formen, die die Transformation vom rohen Naturmaterial zum Kunstwerk im Raum physisch spürbar machen. Dabei verbindet Wurmer traditionelle handwerkliche Techniken mit einer zeitgenössischen Formensprache.
Dem gegenüber stehen die feinsinnigen Tuschezeichnungen von Christine Brunella als als poetischer Erfahrungsraum. Mit vielschichtigen Bildräumen, die den Betrachter:innen eine besondere Begegnung mit der Schönheit, aber auch mit der Zerbrechlichkeit unserer Umwelt ermöglichen, schafft Brunella Werke von stiller Intensität. In ihren Arbeiten wird die Natur nicht nur als Motiv sichtbar, sondern als Ausdruck von Wandel und Vergänglichkeit erfahrbar. Dabei blendet sie die menschliche Präsenz und Verletzlichkeit nicht aus, sondern begreift sie als integralen Teil eines fortwährenden Prozesses von Veränderung und Wahrnehmung.
Im Zusammenspiel entfalten die Arbeiten beider Künstler:innen eine vielschichtige Atmosphäre: Wo Wurmer durch das Wegnehmen von Holz Raum schafft, verdichtet Brunella den Raum durch das Setzen der Linie auf Papier. So entsteht ein Ausstellungsraum, in dem sich Gegensätze wie Stabilität und Veränderung, Körperlichkeit und Imagination gegenseitig ergänzen.
Ver:Wandlungen versteht sich als Einladung, den Blick auf Natur und Mensch neu zu richten und Transformation nicht nur als äußeren Prozess, sondern auch als inneren Zustand zu erfahren. Eine Entdeckungsreise, den Rhythmen der Natur nachzuspüren.
