Carmen Hillers
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Carmen Hillers

LIAISON

„In Carmen Hillers Werk stehen Klarheit, Leichtigkeit und Transparenz im Mittelpunkt. Mit ihren reduzierten und diskreten Kompositionen erreicht sie einen hohen Spannungszustand und zugleich den Eindruck von großer Ruhe.

Für Carmen Hillers ist Verdichtung ein wichtiger Begriff, daher wendet sie sich immer wieder dem kleinen Format zu. Sie arbeitet über längere Zeiträume an Werkgruppen mit unterschiedlichen Betonungen. Mal steht die Improvisation im Vordergrund, mal die durchdrungene, pointierte Komposition in sehr konzentrierter Form. Über die Kompositionsarbeit an einem Einzelbild hinaus, ist es Ihr Interesse, Vielheiten formal in Beziehung zu setzen, vorzugsweise in durchkomponierten Wandinstallationen oder Tableaus.

Auf ihrer Suche nach Formen beschäftigt sie sich mit den Berührungspunkten zwischen Sprache, Musik und Kunst. Spontane Zeichnungen, die bei Konzertbesuchen entstehen, sind wichtige Impulsgeber für ihre Arbeiten.

Die Klanglichkeit ihrer Bildkompostionen hat den Hamburger Komponisten Steffen Wolf zu etlichen musikalischen Kompositionen angeregt. 2015 erschien seine LP „Acht Blicke auf Mondenschein – Kompositionen zu Bildern von Carmen Hillers“.

Carmen Hillers

1957in Hamburg geboren, lebt als freischaffende Künstlerin und Autorin in Hamburg
seit 1989Ausstellungen in Galerien, Kunstvereinen, Museen und an anderen Orten
seit 2005Features und musikalische Performances
2009Einladung der Schubert Society of the USA zur Teilnahme am Forschungprojekt „ Picturing Winterreise – Schuberts’s Song Cycle in Art“
2009-2013Kunst/Musik- Features in der Hamburger Kunsthalle
2015erschien die LP des Hamburger Komponisten Steffen Wolf, Acht Blicke auf Mondenschein – Kompositionen zu Bildern von Carmen Hillers

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

2020to quiet the mind, Elbschlossresidenz Hamburg (E)
2020Leidenschaft Kunst, Kunstforum der GEDOK, Hamburg
2019Linie I Poesie, Galerie Fenna Wehlau (G)
2019on the bright side, SHOWROOM Hamburger Kreativgesellschaft
2019Multidimensionality, AZARRO ART SPACE Hafencity Hamburg

2018

2018

2018

2017

Mutter.form, BBK Hamburg (G)

Kunstverein Elmshorn (G)

Galerie der GEDOK, Hamburg (G)

LIAISON, Galerie Fenna Wehlau, München

2017SECRET CONCERTS, HIT-Technopark, Sammlung Birkel, Hamburg
2017DIE WINTERREISE, GemeindeAkademie Blankenese, Hamburg
2016ART Innsbruck, Galerie Fenna Wehlau
2016Einzelausstellung GEDOK, Hamburg
2015Acht Blicke auf Mondenschein, GemeindeAkademie Blankenese (E)
 Serie, Kunstforum der Gedok, Hamburg (G)
2014Internationale Art Exhibition CASO, Osaka, Japan (G)
 Vom Wasser, GemeindeAkamemie Blankenese (E)
2013Schloß Reinbeck
2012Galerie Stella A, Berlin (G)
 Künstlerhaus einseins, Hamburg (G)
2010Kunstmaand Ameland, Niederlande (G)
2009Kunstverein Lüneburg (E)
 Was ist wichtig, Kunsthaus Hamburg (G)
 Rathaus Duderstadt (E)
2008Galerie Andreas Jacobi, Hamburg (G)
2007Winterreise, Hamburger Kunsthalle, Veranstaltungsraum (E)
 Die Rückseite des Mondes, Kunsthaus Hamburg
 Galerie Vorortost, Leipzig
2006Heine!, Ausstellungsraum, Steiner-Haus, Hamburg (E)
2004Kunstverein Haren (E)
2003Kunstkreis Schenefeld (E)
2002Schloss Lüttgenhof, Dassow, Sammlung Stinnes
2000Galerie Bodek, Hannover (E)
1999Wahlverwandtschaften, Kunstverein Stade
Ankäufe:Sammlung Birkel, Sammlung Katharina Stinnes, private Sammlungen

 

Luisa Gorihsen

Wie haben Sie den Kunstunterricht in Ihrer Schulzeit erlebt? Hat er Sie motiviert diese Richtung einzuschlagen?

(Wieso wollten Sie Malerin werden?)

Carmen Hillers

Guten Kunstunterricht hatte ich! Beide Lehrer mochte ich sehr gern, Malerei hat eine große Rolle im Kunstunterricht gespielt, der Umgang mit Farben überhaupt.

Es waren immer Doppelstunden – großartig; Höhepunkte des Stundenplans. Wir haben auch Kurzfilme gedreht und sind rausgegangen. Es war eine sehr freizügige Atmosphäre; eigentlich die einzigen Schulstunden, in denen das Lehrer-Schüler-Verhältnis ein sehr aufgeklärtes war.

Luisa GorihsenWann haben Sie ihr erstes Bild gemalt, was auch ausgestellt wurde? Wie hieß es? Mögen Sie es noch?
Carmen HillersIch habe eigentlich ein eher unsentimentales Verhältnis zu meinen Arbeiten, egal aus welcher Zeit. Es waren mehrere Bilder aus der ersten Zeit, die ausgestellt wurden, zu einigen von ihnen habe ich heute ein ambivalentes Verhältnis. Von Zeit zu Zeit packt mich der Drang, Arbeiten, deren Qualität ich aus heutiger Sicht anzweifeln würde, über die Klinge springen zu lassen. Und so wurden schon mehrfach Bilder zerstört. Ich bin nicht sicher ob es richtiger wäre, meine künstlerische Geschichte lieber lückenlos zu dokumentieren. Eher neige ich zum „Aufräumen“ und immer wieder Infrage stellen. Das scheint mir auch logisch und hat mit Entwicklung zu tun.
Luisa Gorihsen

Haben Sie eine/mehrere Lieblingsfarbe(n)?
Hatten Sie diese schon als Kind oder durch die Malerei entwickelt?

Carmen HillersAls Kind fand ich rot toll; als Jugendliche gelb und heute ziehen mich Blautöne sehr an. Blau ist eine so innige Farbe für mich, die geistige Freiheit bedeutet, Weite, Subtilität, viel Raum für Nuancen, Distanz, Ruhe, auch eine gewisse Form von Sicherheit und unbehelligt sein. 
Luisa GorihsenWie kamen Sie zur Galerie Fenna Wehlau?
Carmen HillersEin Künstlerfreund empfahl mich an die Galerie, für die Frau Wehlau in den 1990er-Jahren arbeitete. – was für ein Glück! 
Luisa GorihsenWas ist Ihnen als Künstlerin bei der Zusammenarbeit mit einer Galerie wichtig?
Carmen HillersVertrauen und Respekt und eine persönliche Beziehung - und dass man miteinander lachen kann.
Luisa GorihsenIch habe gelesen, dass Sie auch als Autorin tätig sind. Welche Art von Literatur schreiben Sie und wie beeinflusst es Ihre Bilder? 
Carmen HillersIch schreibe im weitesten Sinne über Musik, auch Texte und Features an den Nahtstellen von Kunst, Musik und Literatur. Meine Bilder werden durch meine Text nicht beeinflusst. Das ist ein ganz anderes Arbeiten. 
Luisa GorihsenSie setzen Malerei, Sprache und Musik zusammen ein. Was verbindet diese 3 Ausdrucksformen in Ihren Augen? Was trennt sie?
Carmen HillersDie Trennung ist natürlich durch die jeweiligen Ausdrucksmittel und Medien gegeben. Was sie verbindet ist das eigentlich Interessante. Das ist eine sehr gute Frage für einen Essay über mehrere Seiten. Es gibt ein sehr schönes Zitat von Philipp Otto Runge, in dem alles gesagt ist: „Die Musik ist doch immer das, was wir Harmonie und Ruhe in allen drei Künsten nennen. So muss in einer schönen Dichtung durch Worte Musik sein, wie auch Musik sein muss in einem schönen Bilde, und in einem schönen Gebäude, oder in irgendwelchen Ideen, die durch Linien ausgedrückt sind."  
Luisa GorihsenSie arbeiten viel mit abstrakten Formen. Woran liegt der Reiz am Abstrakten für Sie?
Carmen HillersErstens natürlich die Lust, etwas zu sehen, das vorher noch nicht da war. Keine Nachahmung von Sichtbarem. Sich im Unbekannten zurechtzufinden. Im Vertrauen, das Richtige zu tun, immer wieder Entscheidungen treffen, die – manchmal ja, manchmal nein – mich zu einer Arbeit führen, zu der ich „ja“ sagen kann. 
Luisa GorihsenWas erhoffen Sie sich vom Betrachter Ihrer Werke?
Carmen HillersDass sie Freude haben daran!
Luisa Gorihsen

Im Buch „Liaison“ haben Sie sich 12 Gedanken von Schriftstellern sehr unterschiedlicher Zeitepochen herausgesucht: Z.B. Louise Bourgeois:„Das erste, was ich für die Arbeit brauche, ist die Qualität der Stille". Ist das Ihre Herangehensweise bei Ihrem Schaffensprozess?

Was bedeutet Stille für Sie?

Carmen HillersRuhe, Sammlung, Konzentration.
Luisa GorihsenDenken Sie darüber nach wie eines Ihrer Werke aussehen soll oder malen Sie spontan drauf los und lassen sich von Ihren Gefühlen und/oder Musik oder Gedichten leiten? 
Carmen Hillers

Ich denke sogar sehr viel darüber nach, wenn ich mit einem Bild beginne, muss aber immer darauf gefasst sein, dass alles ganz anders kommen kann. Darauf kommt es eben an, offen zu bleiben für Verlauf und Ausgang des Arbeitsprozesses.

 
Luisa GorihsenBei Ihrer Lieblingsbücher-Auswahl bin ich auf ein „Wabi-Sabi“- Buch gestoßen. Was inspiriert Sie an „Wabi-Sabi“? Was bedeutet es für Sie?
Carmen HillersWabiSabi – um es hier ganz kurz zu machen – bedeutet für mich eine sehr humanistische und aufmerksame Haltung. Wenig Schein – viel Sein; Ruhe, Konzentration, Demut und ein ganz, ganz weiter Blick in alle Richtungen gleichzeitig.
Luisa GorihsenIn einem Gespräch mit Fenna Wehlau sagten Sie einmal, dass Sie gerne abbilden, was man nicht sehen kann und nicht weiß. Auch in Ihrer Lieblingsbuch-Auswahl wollen sich die Hauptpersonen meist in etwas Neues stürzen oder entdecken Neues. Streben Sie in Ihrem Leben nach Ungewissem und wollen Sie dies bewusst in Ihren Werken darstellen?
Carmen HillersNach Ungewissem streben - könnte ich jetzt nicht unbedingt behaupten, dass es meine Lebensmaxime wäre. Eher, sich nicht allzu sehr festzulegen (da, wo es nicht notwendig ist), offen zu bleiben, zum eigenen Wesen zu stehen und sich nicht unreflektiert anzupassen. Eine gewisse Bereitschaft zur Renitenz und Radikalität muss man als Künstler sowieso mitbringen, wenn man es mit der Kunst ernst meint.
Luisa GorihsenDie Gedichte und die Musik zur Ausstellung „Liaison“ in Kombination mit Ihren Werken lassen mich Ruhe finden. Ist das Ihre Absicht?
Carmen HillersJaaaaaaaa!!
Luisa GorihsenWas mögen Sie an den Gedichten von Heinrich Heine?
Carmen HillersSie sind witzig, klug, erfrischen, tieftraurig, kritisch, manchmal böse (da, wo es hingehört), gespeist von einem unkorrumpierbaren Geist.
Luisa GorihsenWas würden Sie jungen Menschen in Bezug auf Kunst mit auf den Weg geben?
Carmen HillersSoviel Kunst wie möglich anschauen und erleben – dabei aber bitte den Markt nicht zu ernst nehmen – eher: sich ein eigenes Urteil bilden. Mit Kunst leben auf alle Fälle.
Luisa GorihsenVielen Dank für das Gespräch

Unsere Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 13 bis 18 Uhr, Samstag 13 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung

GALERIE FENNA WEHLAU, Amalienstraße 24, 80333 München-Germany

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